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Presse: Tanz der Extremitäten / Walter Bickmanns „Continuity“ macht im DOCK 11 Zeit erlebbar [...] Wie ein Bildhauer greift Bickmann in fixe Körper ein, verändert sie nach seinem Bild und macht so zeitliche Abläufe sichtbar. Was ihm bei der Arbeit mit festem Material, Holz, Stein, Bronze, nicht möglich wäre, permanent die Ergebnisse zu »korrigieren«, gestattet der Einsatz lebender »Materialien«. [...] Bickmann gelingt in „Continuity“ eine Auseinandersetzung mit dem Körper am Platz, wie sie intensiver, detaillierter kaum denkbar ist. Alles an Bewegung von Rumpf und Extremitäten scheint dabei möglich, kein Zustand ausgeschlossen. [...] Wie Bickmann das zwischen seinen zwei Tänzerinnen korrespondierend komponiert und gefügt hat, verleiht seiner Arbeit einen zusätzlichen Reiz. [...]
Volkmar Draeger, Neues Deutschland 21.10.2013

[...] Der Choreograf und Videokünstler Walter Bickmann realisiert seine Projekte mittels komplexer, jedoch selbstverständlich wirkender paralleler Bild-, Klang- und Bewegungsebenen. [...] Die projizierten Bilder erweitern die physische Präsenz, sie erleichtern es, verschiedene Stimmungen gleichzeitig zu erzeugen: Während die Tänzer sich auf der Bühne bewegen, werden Bilder ihrer tanzenden Körper per Video auf die Wand projiziert. Die technisch erzeugten Bilder sind dabei ebenso stark wie die Live-Performance selbst. Diese Verdoppelung lässt uns die Tänzer näher, zerbrechlicher und zwiespältiger erscheinen – denn den realen Körpern trauen wir ganz andere Emotionen zu als ihren Abbildern. Das lässt die Tänzer aber auch als empfindende Menschen stärker in den Vordergrund treten [...]
Marianne Burki, Neue Zürcher Zeitung 03.09.2011

[...] Seine (Bickmanns) Stärke ist die völlige Abwesenheit von Ironie. Seine choreographische Kunst: Bilder ohne doppelten Boden, fulminante Hingabe an das Handwerk. [...] Es ist der Film, der zweite Blick des Technischen, der den ersten Blick auf den Körper zu Sinn und Gefühl trägt. [...]
Arnd Wesemann, tanz Juni 2011

[...] to see Walter Bickman's choreography for "OVAL - Ah!" set confidently outside of the boundaries of theatrical presentation is an inspiring vision of choreography in multiple dimensions. Directed by Darko Dragicevic, the piece implies a rich mutual understanding among several artistic visions -- director, choreographer, composer, and performers. It's set to an original score by Markus Popp, a respected electronic artist from Berlin (on Thrill Jockey), and features Isabelle Rune in a carefully constructed collage of images that an audience can never really see on a stage. Here the details of movement become apparent, and while woven into the larger fabric of Bickman's design, they have an inevitable immediacy. "OVAL - Ah!" is a look at what choreography can become in the multiple dimensions of a broader creative world - the world of recording and production. [...]
By aotpr, www.aotpr.com & www.dancebloggers.com, 22.09.2010

Das weiße Rauschen/ Im DOCK 11 macht Walter Bickmanns neue Inszenierung den Tänzer zum »icon«. Schon der Raum hat Spannung. An der Rückwand hängen vier weiße Leinwände, den Boden bedeckt ein weißer Tanzteppich. Leinwände und Teppich in ihrer Klarheit reiben sich mit dem unverputzten Mauerwerk im Saal des DOCK 11. Unscharf zerlegt und ruckhaft langsam fährt eine Kamera über Leiber, Köpfe, Hände. Um Menschen, ihre Widerspiegelung im Video, die Interaktion von Bild und Realität dreht sich, was Walter Bickmann als »icon« eine Stunde gediegen und ruhig entwickelt. [...] Erster Höhepunkt ist Zannous Bodensolo, das mit dem zeigenden Finger des erhobenen Arms beginnt, den Arm als Motor nutzt. Zu unwirklich skulpturalen Gebilden renkt er den Körper, größer und rascher wird der Taumel über den Boden. Immer wieder suchen im Folgenden Körper ihre Begrenztheit zu sprengen. Übernehmen die drei Tänzer zunächst Zannous Handspiel, fallen sie danach in prismatische Raster, formen daraus an den Köpfen verwachsene Doppelwesen. Das führt zu zwei parallelen Duetten, Kopf an Kopf das eine, mit verhakten Beinen das andere. In engen Kammern sitzen separat ihre Videobilder. Was Bickmann im Live-Tanz schon hier an organisch verwobenem Miteinander ohne Kontaktverlust eingefallen ist, sucht seinesgleichen in der Berliner Szene. [...]
Volkmar Draeger, Neues Deutschland 29.06.2010

[...] die Projektionen entfalten zusammen mit dem Tänzerischen eine derart suggestive Kraft, dass von der ersten Minute an eine starke Sogwirkung vom Geschehen ausgeht [...] vor der Leinwand begeben sich die Tänzer in ein Wechselspiel aus Transgression und Kontrolle. Verzerrte Bewegungsabläufe, manische Gesten oder auch mal harter Bodenkontakt... Mit „Protect me from what I want“ ist Walter Bickmann ein sehenswerter Dialog zwischen Video und Tanz gelungen.
Annett Jaensch, Tanzpresse.de, 12.11.08

[...] Mit seinen mal im Theater, dann wieder im Rahmen von Ausstellungen präsentierten Arbeiten zwischen Performance und Video ist der Choreograf und Filmer Walter Bickmann in Berlin eher ein Einzelgänger. Als Tänzer mit klassischer Ausbildung hat er seine Vorliebe für Grenzgänge früh entdeckt. Damals wechselte er aus Engagements als Balletttänzer u.a. an der Wiener Staatsoper kurzerhand zu Johan Kresnik an die Berliner Volksbühne. In eigenen Projekten zeigt Bickmann seitdem Körper und Dinge aus unerwartetem Blickwinkel und setzt sie in ein extremes Verhältnis. [...]
Berliner Morgenpost, BerlinLive 31.10.08

[...] Bilder voll geballter Kraft, die von einer kaum noch zu ertragenden Intensität des Leidens erzählen, zu verstehen als ein Orientierungsversuch, gespeist aus dem drängenden Bedürfnis nach Rückbesinnung auf das Eigentliche, den Ursprung, den Grund unseres Daseins. Bickmann und Klement gelangen eindrucksvolle Bildkompositionen, die höchste Anforderungen an sie stellen und die das Publikum staunen ließen über die vielfältigen Bewegungen, die zwei Menschen auf der Bühne vollbringen können. [...]
Ilka Heiner, DerWesten, Westfälische Rundschau, 24.11.08

[...] In einer experimentellen Mischung aus Tanz- und Videokunst, aus Poesie und Ironie stellt „Close Up“ die Frage „Was ist schön?“. Walter Bickmann zeigt wie intim und gleichzeitig öffentlich der menschliche Körper ist. [...]
tip Berlin Magazin, Ausgabe 2. - 15.11.2006

[...] Entstanden ist mit dem TanzFilm "JR's Stiefel" eine aberwitzige, poetische Groteske über die verrückte Vermischung von Fernsehwelt und Wirklichkeit. [...]
taz, 02.07.2005

[...] „JR‘s Stiefel“ thematisiert, mit ebenso viel Witz wie Poesie die Verflechtung von Schein- und Wunschwelten in Medien und Realität. Ambivalenz ist stets Teil von Walter Bickmanns vielschichtigem Werk, der es versteht, gesellschaftskritisch zu hinterfragen und mit humoristischer Herangehensweise zu verbinden. [...]
Berliner Zeitung, 14.07.05

[...] "Blaubart - die letzten Männer" an der Volksbühne, Berlin: In einer explosiven Mischung aus Wort und Bewegung zitiert Bickmann Rainer Werner Fassbinders sadomasochistisches Ehedrama "Martha" ebenso wie die Offerten einschlägiger Frischfleischagenturen und Statements von Frauenversand-Kunden. Walter Bickmann, der Tänzer bei Johann Kresnik war, findet für die engagiert artikulierte Thematik seine eigenen, starken Bilder .[...]
Berliner Zeitung, 18.12.1997

[...] Walter Bickmann setzt Akzente für das zeitgenössische Tanztheater...Bei jeder Produktion leitet ihn eine klare Idee, die er konsequent gestaltet...Tatsächlich liegt bei Bickmann durchweg eine Verfremdung ins Surreale, Traumhafte vor, ein absurder bis makaberer Humor und eine sonderbare Verknüpfung von Motiv und Bewegung...Walter Bickmann, das zeigt sein Stendaler Wirken, ist ein Hoffnungsträger für das künftige Tanztheater. [...]
Tanzarchiv 05.1993